Verein St.Galler Rheintal – mehr als nur Standortmarketing

Seit seiner Gründung vor zehn Jahren setzt sich der Verein St.Galler Rheintal dafür ein, dass sich das Tal – nach dem es benannt ist – zu einem der attraktivsten Arbeits- und Lebensräume der Schweiz entwickelt. Neben dem Standortmarketing kümmert sich der Verein seither erfolgreich um die Themen Siedlung und Landschaft, Verkehr und Energie sowie Kultur.

Zwölf Gemeinden mit rund 64'000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu vertreten, ist alles andere als einfach. «Wir bewegen uns bei unserer Arbeit in einem Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichsten Interessen», sagt Sabina Saggioro, Geschäftsführerin des Vereins St.Galler Rheintal. Deren Aufgabe ist es, den Arbeits- und Lebensraum Rheintal weiterzubringen und die natürlichen Lebensräume des Rheintals zu bewahren, den Verkehr zu optimieren und trotzdem haushälterisch mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen.

Gut vernetzte Struktur
Geführt wird der Verein von einem zehnköpfigen Vorstand, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Diesem obliegt unter der Leitung des Präsidenten Thomas Ammann, Kantonsrat und Gemeindepräsident von Rüthi, die strategische Führung und den Verein gegen aussen zu vertreten. Unterstützt wird der Vorstand durch eine dreiköpfige Geschäftsstelle. Sie stellt die Drehscheibe für die regionalen Anliegen und Aufgaben dar und vertritt die Interessen des St.Galler Rheintals bei überregionalen und internationalen Projekten. Eine als Stabsstelle angegliederte Begleitgruppe ist für das Standortmarketing zuständig.

Die drei Fachgruppen Energie, Verkehr sowie Siedlung und Landschaft setzen in ihren Bereichen die strategischen Ziele des Vorstands um und begleiten und überwachen Projekte aus ihrem Aufgabengebiet. Zudem bereiten sie Vernehmlassungen und Stellungnahmen zu Planungen und Projekten des Kantons oder von Nachbarregionen zuhanden des Vorstands vor. Die Aufgabenfelder, so Saggioro, hätten sich über die Jahre kontinuierlich den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Region angepasst.

Handfeste Vorteile für Firmen
Ein Erfolgsgeheimnis des Vereins ist es, dass in den Fachgruppen nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der Politik sitzen, sondern auch von Arbeitgebern. «Dies erleichtert die Arbeit, bringt eine andere Sichtweise und damit auch neue Lösungen ein», ist Saggioro überzeugt. Denn nur ein Miteinander von Politik und Wirtschaft führe auf dem Weg des Zieles zu einem nachhaltigen Ergebnis.

Dieses Engagement bringt den Firmen aber auch handfeste Vorteile. Denn die Rheintaler Wirtschaft kennt seit Jahren nur eine Richtung: die nach oben, sprich sie wächst und wächst. Mit seiner innovativen und exportorientierten Wirtschaft gehört das St.Galler Rheintal zu den dynamischsten Regionen der Schweiz. «Im Vergleich zu 1990 gibt es bei uns heute fast ein Drittel mehr Arbeitsplätze », betont Sabina Saggioro. Diese zu besetzen, fällt den Unternehmen nicht immer leicht, daher haben sie ein reges Interesse an der Positionierung des Rheintals als attraktiver Wohn- und Arbeitsort ohne weite Arbeitswege. «Die meisten Menschen pendeln bei uns innerhalb der Region, etwas, das in vielen Teilen der Schweiz gar nicht möglich ist. Dichtestress ist bei uns ein Fremdwort.»

Diverse Meilensteine
In den etwas mehr als zehn Jahren seines Wirkens hat der Verein einiges erreicht. Als Meilensteine erwähnt Saggioro die Auszeichnung mit dem «Watt d’Or 2009» für die Tatsache, dass alle zwölf Gemeinden des St.Galler Rheintals Energiestädte sind, die Angebotsverbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehrs und die Einführung der S-Bahn 2013 sowie die Lancierung des neuen Standortmarketing- Konzepts im Frühling dieses Jahres.

Auch die Gründung der Rheintaler Kulturstiftung im 2009 stellte gemäss der Geschäftsführerin eine wichtige Etappe in der Vereinsgeschichte dar. «Seither ist es uns gelungen, die kulturelle Vielfalt im Rheintal zu verbreitern und mit dem «Goldiga Törgga» vergeben wir seit 2012 jährlich einen Anerkennungspreis für ausserordentliche Leistungen unserer Kulturschaffenden».

Im Rahmen der Kulturstiftung arbeitet der Verein auch mit OBT zusammen. «Urs Frei, selber auch ein Rheintaler, macht für uns nicht nur die Rechnungsprüfung, sondern ist ein wichtiger Sparringpartner, der uns neben fachlichen Inputs immer auch die Aussensicht zu anderen Themen reinbringt.»