Kundenporträt: Okey AG – mit Tradition in die Moderne

Seit 85 Jahren produziert die Okey AG massgeschneiderte Metallteile aus einer Hand. Um die Erfolgsgeschichte auch in den kommenden Jahrzehnten weiterzuschreiben, hat das Traditionsunternehmen nach den Maschinen und dem Unternehmenssitz auch den Verwaltungsrat modernisiert.

Der Allgemeinheit ist die Firma Okey kaum ein Begriff, in der Industriebranche hingegen ist das auf Verzahnungstechnik und auf die Grossteilebearbeitung spezialisierte Traditionsunternehmen sehr wohl bekannt. Mit über 50 unterschiedlichen, leistungsfähigen Maschinen produziert Okey Metallteile auf Kundenwunsch. Diese werden gestossen, gezogen, geräumt, geschliffen, gebohrt, gefräst oder gedreht. Ob Prototyp, Einzelteil oder Serien – das in vielen Jahrzehnten erworbene Expertenwissen macht das KMU zum beliebten Partner von Industriebetrieben aller Branchen in der Schweiz und in Deutschland.

Ein Gründerpatron der alten Schule
Als Walter Jenny 1934 im Zürcher Seefeld seine Einzelfirma gründete, musste ihn der angelsächsische Raum tief beeindruckt haben. Auf der Suche nach einem Namen für seine mechanische Werkstätte blieb Jenny am heute in der Umgangssprache üblichen «o.k.» hängen. «Wir vermuten, dass er dafür aber die phonetische Schreibweise verwendet hat», erklärt Claudia Sigrist den Firmennamen. Sie war bis im Mai 2019 während fünf Jahren Verwaltungsratspräsidentin des Unternehmens, nachdem sie dieses davor ein paar Jahre lang im Stiftungsrat begleitet hatte. Bereits in dieser Zeit lernte sie OBT als zuverlässigen Revisionspartner kennen.

Doch zurück zu Walter Jenny: Seine Werkstatt lief wie geschmiert und schon bald konnte er erste Mitarbeitende einstellen. 1945 setzte er seine Expansion mit einem grösseren Firmenstandort in Zürich-Seebach fort – trotz der kriegsbedingten Wirtschaftsflaute. Als Patron der alten Schule wohnte Jenny auf dem Firmenareal. Dies nicht nur, um einen Überblick über die Arbeiten zu haben, sondern auch, um sich um seine Mitarbeitenden zu kümmern. Dass ihm diese am Herzen lagen, beweist die bereits 1956 – fast 30 Jahre vor dem staatlichen Obligatorium – gegründete Vorsorgestiftung.

Durchbruch dank Armee
Der absolute Durchbruch gelang Okey in den 60er- und 70er-Jahren, als das Unternehmen Getriebe und Pumpen für die Mirage-Flugzeuge der Schweizer Armee fertigte.

Nach Jennys Tod 1972 folgte mit Otto Rohner, dem langjährigen technischen Kopf des Unternehmens, ein neuer Chef. Er blieb Okey bis 1999 als Mitglied des Verwaltungsrats erhalten.

Mit Emil Heinzelmann folgte 1984 der dritte Macher. Er rüstete das Unternehmen mit CNC-Technik aus und vergrösserte es durch den Zukauf zweier Firmen in Bülach und Triesen auf 50 Mitarbeitende. Auch er war ein umsichtiger Patron und prägte Okey enorm. Er begann frühzeitig, seinen designierten Nachfolger Christian Moos einzuarbeiten, der 2014 leider unerwartet verstarb. Dadurch stand das Unternehmen zum ersten Mal in seiner Geschichte vor einer nicht selbst gewählten Veränderung. «Zum Glück übernahm Emil Heinzelmann interimsmässig noch einmal die Firmenleitung», blickt Claudia Sigrist auf diese einschneidende Zeit zurück.

Professionalisierung der Prozesse
Um das Unternehmen in dieser schwierigen Zeit direkter zu unterstützen, kam Sigrist 2014 zum Präsidium des Verwaltungsrats wie die Jungfrau zum Kinde. «Als Juristin und Informatikerin in einem Grosskonzern war es für mich äusserst spannend zu lernen, wie ein KMU funktioniert und wie das Zusammenspiel zwischen VR, Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden läuft», konstatiert sie. Relativ schnell wurde ihr klar, dass noch mehr Know-how im Verwaltungsrat nötig wäre, doch ein Grossprojekt hatte Vorrang: die Zusammenlegung der Standorte Zürich, Bülach und Triesen und die damit verbundene Professionalisierung der Prozesse. Fündig wurde das Unternehmen 2015 in Winterthur-Wülflingen. Ein Jahr später löste Luzi Bonifazi Emil Heinzelmann ab. Mit Bonifazi wurde ein externer Industriekenner als Geschäftsführer eingestellt.

Professionalisierung der Unternehmensleitung
2018, nach dem Abschluss des Umzugs nach Wülflingen, war für Claudia Sigrist die Zeit gekommen, das oberste Leitungsgremium professioneller zusammenzusetzen. «Um weiterhin erfolgreich zu wirtschaften, war es unabdingbar, dass wir das Amt des VRP mit einer Persönlichkeit besetzen, die neben der Aussensicht auch Erfahrung in Strategieprozessen mitbringt.»

Sie begann sich nach einem Sparringpartner umzuhören, der sie bei diesem Schritt unterstützen konnte. Bei ihrer Suche stiess sie unter anderem auf die KMU-VRDienstleistungen von OBT. «Da OBT bereits seit vielen Jahren die Revision unserer Stiftungsrechnungen macht, waren die drei Buchstaben intern äusserst positiv konnotiert.» Im März 2018 nahm sie mit Christoph Brunner für ein Erstgespräch Kontakt auf. In einem Workshop klärte dieser zusammen mit der Geschäftsleitung und dem VR, welches Profil für eine Kandidatur ideal ist. «Dadurch», sagt Claudia Sigrist, «verlief bereits die Auswahl professioneller, weil wir nicht einfach im eigenen Netzwerk nach Leuten suchten.»

Auf das auf der Unternehmensvermittlungsplattform von OBT publizierte Inserat meldeten sich innert Kürze 20 geeignete Anwärter. «Die externe Sicht von Christoph Brunner war bei der Bearbeitung der Dossiers und den Gesprächen mit den Personen sehr wertvoll», betont Claudia Sigrist. Nach gut einem Jahr wurde mit Marcel Brühwiler ein neuer VRP gefunden, der im Mai von der Generalversammlung offiziell gewählt wurde. An ihm ist es nun, die Geschichte von Okey zusammen mit der Geschäftsleitung weiterzuschreiben. «In den kommenden Monaten wird er mit allen Mitarbeitenden Gespräche führen, eine Bestandsaufnahme unserer Tätigkeiten machen und eine zukunftsfähige Strategie ausarbeiten.»

Claudia Sigrist ist sehr zufrieden mit dieser Lösung. «Ich habe das Unternehmen in diesen Umbruchsjahren gerne mitgeleitet, doch für Okey und die über 40 Mitarbeitenden ist es essenziell, dass wir ein fachkompetentes Führungsteam an der Spitze haben, das sich menschlich hervorragend versteht und das Unternehmen tatkräftig in die Zukunft führt.»

Zusammenarbeit mit OBT
Dank der KMU-orientierten Denkweise und dem pragmatischen Vorgehen der OBT Experten hat sich Okey bei der Professionalisierung des Verwaltungsrats von Anfang an gut begleitet gefühlt. «Sie haben Verständnis für Tradition und mitunter etwas handgestrickte Prozesse. Als externe Berater haben sie genau hingeschaut und unsere Bedürfnisse ernst genommen», erklärt Claudia Sigrist. Zudem sei die Aussensicht bei der Suche nach dem neuen VRPräsidenten äusserst wertvoll gewesen. Bis anhin habe der Verwaltungsrat immer aus dem eigenen Netzwerk und etwas zufällig rekrutiert. «Dank OBT hat unsere Geschäftsleitung nun einen kompetenten Sparringpartner, um die Effizienzgewinne am neuen Standort strategisch zu nutzen.»

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