Illnau-Effrektikon – Modellhaftes Wachstum angestrebt

Mit rund 16'500 Einwohnern ist Illnau-Effretikon eine lebendige Kleinstadt und das Zentrum der Kleinregion zwischen Winterthur und dem Glatttal. Verkehrstechnisch hervorragend angebunden und von viel Grünraum umgeben, möchte die Stadt noch attraktiver werden. In einem neuen Leitbild hat der Stadtrat festgelegt, wie die Stadtentwicklung bis 2030 aussehen soll. Im Vordergrund stehen der nachhaltige Ausbau und die Verdichtung bestehender Bauzonen.

Per Januar 2016 wächst Illnau-Effretikon mit einem Schlag. Und zwar um 8 km² von 25 km² auf 33 km². Grund dafür: Die Stimmbürger haben an der Urne zugestimmt, dass die Gemeinde Kyburg in die Stadt Illnau-Effretikon eingemeindet werden soll. Damit wird Illnau-Effretikon 2016 hinter Zürich und Winterthur zur drittgrössten Gemeinde im Kanton Zürich.

Mehr Wohn- und Arbeitsraum
Mit der Eingemeindung von Kyburg erweitert sich zwar die Grundfläche deutlich, es stossen aber nur 405 neue Einwohner und nur wenig Gewerbe und Industrie zur Stadt. Der Stadtrat hat bereits 2014 die Weichen gestellt, um mehr Firmen auf dem Stadtgebiet ansiedeln zu können. «Denn», so Stadtpräsident Ueli Müller, «für uns war klar, dass wir den Steuerfuss auch nach der flächenmässigen Ausdehnung nicht erhöhen wollen.» Zusammen mit einem Ingenieurbüro entwickelte der Stadtrat ein neues Leitbild mit dem Planungshorizont 2030.

Um den Wohn- und Arbeitsraum zu stärken, soll unter anderem die Bevölkerungszahl auf rund 19'000 (heute 16'500) und die Zahl der Arbeitsplätze auf rund 11'000 (heute 6'700) anwachsen. «Illnau-Effretikon soll eine eigenständige, lebendige Stadt bleiben, deren Entwicklung unter Einbezug der Bevölkerung mit einer guten Wirtschaftlichkeit und mit Rücksicht auf die Umwelt verläuft», fasst Ueli Müller zusammen. «Wir möchten, dass alle Bevölkerungsschichten bei uns einen Wohn- und Arbeitsort mit hoher Lebensqualität finden.»

Verdichtung und Durchmischung
Illnau-Effretikon ist nicht nur ein Bahnknotenpunkt, sondern auch perfekt an die Autobahn angebunden. Aufgrund der guten Lagequalität sollen neue Firmen angesiedelt werden. «Unser Ziel von plus 4'300 Arbeitsplätzen ist ehrgeizig, aber machbar», ist der Stadtpräsident überzeugt. Erreicht werden soll das Wachstum einerseits damit, dass Betriebe mit einer höheren Anzahl Arbeitsplätze pro Fläche angesiedelt werden und andererseits mit einer guten Branchendurchmischung. Dazu sollen bestehende Gewerbeflächen und Industriezonen neu überbaut oder verdichtet werden. Hinzu kommt eventuell eine neue Industriezone im Langhag, was jedoch wegen der Umsetzung der Kulturlandinitiative noch etwas unsicher ist. «Die Richt- und Nutzungspläne müssen nun überarbeitet und aktualisiert werden», so Müller. Seit der Annahme der Kulturlandinitiative im Jahr 2012 sei die Stadtentwicklung eindeutig herausfordernder, aber nicht unmöglich geworden.

Unter anderem ist der Stadtrat daran, zwei Masterpläne für die Zentrumsaufwertung in Effretikon auszuarbeiten. Auf beiden Seiten der Bahngeleise sollen im Zentrum attraktive Wohnungen für Jung und Alt, Familien und Einzelpersonen, aber auch Dienstleistungsarbeitsplätze sowie Gewerbe ihren Platz finden. Die aktuelle Idee von drei 50 Metern hohen Hochhäusern findet neben vielen Befürwortern auch ihre Gegner. Nicht so den Stadtpräsidenten: «Mich überzeugt hier vor allem die verdichtete Bauweise, die es uns erlaubt, die Grüngürtel rund um unsere Stadt unangetastet zu lassen.»

Verbunden mit einem Kreditantrag für die Revision der kommunalen Richt- und Nutzungsplanung wird der Grosse Gemeinderat das Leitbild im kommenden Herbst beraten. Stadtpräsident Müller ist zuversichtlich: «Unsere Stadtentwicklungsszenarien entsprechen der übergeordneten Planung des Kantons und der Region Winterthur, daher gehe ich davon aus, dass das Parlament diesen zustimmen wird.»

Modellhaft ist auch die Zusammenarbeit mit OBT. Illnau-Effretikon hat sich entschieden, seine gesamte Gemeindeverwaltungs-IT in die OBT Swiss Cloud zu überführen. Ziel ist es, den Einwohnern und Arbeitgebern der Region den bestmöglichen Service zu bieten – auch im Hinblick auf Dienstleistungen im Bereich eGovernment.