Die richtige Cloud-Lösung für KMU – Qual der Wahl

Microsoft hat angekündigt, seine Cloud-Lösung Azure und Office 365 im nächsten Jahr auch in der Schweiz zur Verfügung zu stellen. Genauer gesagt wird das Produkt aus Zürich und Genf heraus angeboten. Dieser Entscheid hat die Schweizer Cloud-Szene aufgerüttelt. Doch nicht alle sehen darin Gefahren – es dürften auch viele Vorteile daraus resultieren.

Im Zeitalter der Digitalisierung überlegen sich immer mehr Unternehmen, ob eine On-Premise-Infrastruktur-Lösung noch sinnvoll ist. Immerhin sind damit erhebliche Investitionen verbunden. Eine solche Inhouselösung muss von Anfang an richtig konzipiert werden. Zu Beginn steht die Frage nach den optimalen Technologien für die zukünftigen Bedürfnisse. Zu wenig Reserve für mehr Festplattenspeicher oder Memory bei der Konfiguration der Infrastruktur, ein zu kleines Rack-System etc. spart am Anfang zwar Geld, kann später aber hohe Kosten verursachen.

Angst vor Cloud-Anbietern
Die Flexibilität ist bei einer On-Premise-Lösung sehr eingeschränkt. Dennoch entscheiden sich einige Unternehmen nach wie vor für diesen Ansatz. Oft ist es die Angst, vom Cloud-Anbieter abhängig zu werden, die zu diesem Entscheid führt. An den Internetverbindungen kann es nicht liegen, diese haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Heute ist eine Gigabit-Leitung verhältnismässig erschwinglich und bietet somit einen ausserordentlich schnellen Weg zum Cloud-Anbieter.

Ist die Angst, abhängig zu sein, tatsächlich begründet? Auch wenn die Daten immer dem Kunden gehören, ist es eine Tatsache, dass der Cloud-Anbieter jederzeit auf die Daten zugreifen kann. Dennoch muss hier beachtet werden, dass eine Cloud-Infrastruktur in der Regel viel besser als eine Inhouse-Lösung schützt.

Was bedeutet nun für Unternehmen die Ankündigung von Microsoft, auch in der Schweiz eigene Cloudlösungen anzubieten? Selbstverständlich entsteht gerade dadurch für KMU in erster Linie mehr Verunsicherung – noch ein Anbieter in diesem Cloud-Dschungel. Nun ist es so wie überall im Leben: Nicht alles kann miteinander verglichen werden. Jede Cloud-Lösung ist unterschiedlich. Die richtige Lösung ist abhängig davon, welche Bedürfnisse auf der Seite des Kunden vorhanden sind – aktuell und zukünftig.

Cloud Readiness Check
Nicht jede Applikation kann einfach so in der Cloud betrieben werden. Die meisten Applikationen sind nach wie vor auf die Client-Serverarchitektur ausgelegt. Hier braucht es einen anderen Cloud-Ansatz (z.B. Terminal-Server oder Citrix) als bei einer reinen Webapplikation. Bei klassischen Office-Anwendungen hingegen sollte auf die Microsoft-Lösung Office 365 gesetzt werden. Dabei können moderne Technologien wie SharePoint, Hosted Exchange etc. genutzt werden. Da Microsoft diese Services ab nächstem Jahr auch in der Schweiz anbietet, wird auch die Swissness unterstützt.

Vor einem Entscheid betreffend einer Cloud-Lösung sollten also die heute eingesetzten Applikationen genau geprüft werden. Viele IT-Dienstleister können hier Unterstützung bieten. Bei OBT heisst diese Unterstützung Cloud Readiness Check. Zudem muss klar sein, in welche Richtung sich das Unternehmen in Sachen Digitalisierung entwickeln will. Eine Kombination von mehreren Cloud-Lösungen kann durchaus Sinn machen. So kann das Unternehmen von den Vorteilen aller Anbieter und Technologien profitieren.

In einer ersten Phase kann das sogar so aussehen, dass ein Hybrid-Ansatz gewählt wird. Sprich: Ein Teil der IT wird nach wie vor inhouse betrieben, ein anderer in der Cloud. Bereits heute setzen einige Unternehmen zum Beispiel auf die SaaS-Lösung von Abacus und beziehen dadurch die ERP-Applikation aus der OBT Swiss Cloud.

Fazit
Cloud-Anbieter gibt es viele. Doch wie so oft ist hier entscheidend, in wessen Obhut man seine Daten geben möchte. Das Vertrauen in den Anbieter ist sehr wichtig. Bei einem Schweizer Partner ist der Ansprechpartner in der Regel bekannt und man kann im Notfall persönlich auf diesen zugehen. Bei Microsoft handelt es sich um einen internationalen Konzern. Auch wenn deren Cloud voraussichtlich ab nächstem Jahr hierzulande verfügbar sein wird, werden die persönlichen Ansprechpartner nicht dieselben Möglichkeiten wie die lokalen Anbieter haben.

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