Die grosse Aktienrechtsreform: neues Rechnungslegungsrecht
BEDÜRFNISSE DER KMU IM ZENTRUM
Die Vorlage zur Reform des Aktien- und Rechnungslegungsrechts umfasst die vier sehr umfassenden Themenbereiche Kapitalstruktur, Generalversammlung, Corporate Governance und Rechnungslegung. Mit dieser Revision, deren Inkraftsetzung nicht vor 2011 zu erwarten ist, wird ein ganz neues Kapitel im Aktien- und im übrigen Gesellschaftsrecht aufgeschlagen.
Die am 21. Dezember 2007 verabschiedete Botschaft zur Revision des Aktien- und Rechnungslegungsrechts beinhaltet als erklärtes Ziel des Bundesrates die Schaffung
eines „leicht verständlichen, mit wenig Aufwand zu bewältigenden Buchführungs- und Rechnungslegungskonzeptes“. Erreicht werden soll dieses Ziel mit einer grundlegenden Überarbeitung des mittlerweile stark veralteten Rechnungslegungsrechtes. Von der Schaffung eines Sondergesetzes wird der Bundesrat allerdings absehen. Die Rechnungslegung soll im Obligationenrecht in knapper Form geregelt werden, wobei
eine einheitliche Ordnung für alle Rechtsformen des Privatrechts geschaffen wird. Alle Bestimmungen des neuen Rechts werden demnach grundsätzlich rechtsformunabhängig ausgestaltet sein. Die Anforderungen an die Rechnungslegung werden, analog zur Gesetzgebung im Revisionsrecht, nach der wirtschaftlichen Bedeutung des Unternehmens differenziert. Demnach werden die entsprechenden Vorschriften auch nicht mehr bei den einzelnen Rechtsformen, sondern unter dem Titel „Kaufmännische Buchführung und Rechnungslegung“ zu finden sein. Im Hinblick auf die Buchführungs- und die Rechnungslegungspflicht wird auch künftig auf die Eintragungspflicht im Handelsregister abgestellt. Der Gesetzesentwurf hat am 3. Dezember 2009 eine erste wichtige Hürde genommen, indem der Ständerat die anspruchsvolle Teilvorlage, die wegen der „Minder“-Volksinitiative von der übrigen Aktienrechtsrevision getrennt wurde, mit nur wenigen Änderungen genehmigte.
Im ausführlichen Artikel (PDF 2 MB) erfahren Sie,
- welches das Hauptziel der neuen Rechnungslegung ist,
- warum die Bedürfnisse der KMU im Zentrum der neuen Konzeption stehen,
- welches die allgemeinen Bewertungsfragen sind,
- wann eine Konzernrechnungslegung erfolgt,
- wie die Abschlusserstellung nach anerkanntem Standard angewendet wird,
- wie die Neuregelung steuerliche Implikationen behandelt,
- und wann das Dual Reporting zur Anwendung kommt.
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